Plagiat-Affäre

Koch-Mehrin tritt zurück - aber behält Mandat

Die unter Plagiatsverdacht stehende FDP-Spitzenpolitikerin Silvana Koch-Mehrin ist "mit sofortiger Wirkung" von allen wichtigen politischen Ämtern zurückgetreten. Koch-Mehrin teilte am Mittwochabend in einer Erklärung mit, sie wolle so verhindern, dass ihre Familie durch die öffentliche Diskussion weiter belastet werde.

Sie legte ihr Amt als FDP-Vorsitzende im Europäischen Parlament, als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und auch als FDP-Präsidiumsmitglied nieder. Sie "hoffe, dadurch meiner Partei den Neuanfang mit einem neuen Führungsteam zu erleichtern". Die Universität Heidelberg prüft Vorwürfe, Koch-Mehrin habe in ihrer Dissertation abgeschrieben. Die Politikerin bleibe allerdings Abgeordnete im Europaparlament, sagte ihr Sprecher. Er begründete ihren Schritt mit Koch-Mehrins Verärgerung darüber, dass Details aus dem laufenden Prüfungsverfahren an die Öffentlichkeit gelangt seien.

Zuvor hatte die Universität Bayreuth den Abschlussbericht zur Doktorarbeit von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) veröffentlicht. Darin heißt es, Guttenberg habe an rund 50 Stellen "fremde Passagen wiederholt und planmäßig als eigenständige wissenschaftliche Leistung ausgewiesen". Guttenberg selbst räumte eine massive Überforderung ein. In seiner Stellungnahme erklärt er, die Arbeit sei ihm "teilweise über den Kopf gewachsen".