Personalien

Die FDP-Spitze rotiert sich aus der Krise

Mit einem Personalkarussell an der Parteispitze will die FDP sich nach einem zähen Machtkampf selbst aus der Krise rotieren. Der designierte FDP-Chef und bisherige Gesundheitsminister Philipp Rösler übernimmt das Wirtschaftsministerium. Rainer Brüderle wird Fraktionsvorsitzender, während seine Vorgängerin Birgit Homburger zur Parteivize avanciert.

Auf Rösler folgt sein Staatssekretär Daniel Bahr im unpopulären Gesundheitsressort. Bundespräsident Christian Wulff wird schon am Donnerstag die Entlassungs- und Ernennungsurkunden überreichen.

Bis zuletzt war noch um die Posten gerungen worden. Vor allem die Personalie Homburger hatte Probleme bereitet, weil Brüderle nur antreten wollte, falls Homburger auf den Fraktionsvorsitz verzichtet. Das tat sie, nachdem Rösler ihr den Posten der stellvertretenden Parteivorsitzenden vorgeschlagen hatte. Die Weggelobte begründete ihren Rückzug anschließend damit, dass sie Rösler einen "hervorragenden Start" als Parteichef ermöglichen wolle. Denn die Inhalte der FDP würden nur dann gehört, wenn die Personalspekulationen ein Ende hätten. Ihrem Nachfolger Brüderle wünschte sie "viel Glück". Die Fraktion wählte ihren neuen Vorsitzenden mit 86 Jastimmen sowie je zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen demonstrativ geschlossen. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Martin Lindner wurde einer der neuen Fraktionsvizes.

Der künftige Parteichef Rösler betonte, dies sei ein "klares Signal" des Aufbruchs. Er habe eine genaue Vorstellung, wie die FDP aus der schwierigen Lage herauskommen könne. "Ziel ist es, damit alle Personaldiskussionen abzuschließen." Präsidium und Bundesvorstand der Partei werden am Wochenende beim Bundesparteitag in Rostock neu gewählt.