Bildung

Berlins Schüler dürfen ihre Lehrer benoten

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) erhöht den Druck auf Berliner Lehrer. Sie müssen sich künftig einem Vergleich stellen, die Prüfungsergebnisse der Schüler ins Internet stellen, jährliche Fortbildungen besuchen - und sie müssen sich alle von ihren Schülern über ein Internetportal bewerten lassen. Schulleiter, die überfordert sind, sollen schneller als bisher in anderen Aufgabengebieten eingesetzt werden.

Das kündigte Zöllner am Freitag an, als er das neue Qualitätspaket für die Berliner Schulen vorstellte.

In einigen Punkten ist Zöllner von seinen ursprünglichen Ideen abgerückt. So sollen die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten in den dritten und achten Klassen nun doch nicht ins Netz gestellt werden. Dagegen hatten sich die Schulleiter vehement gewehrt. Transparenz wird es trotzdem geben, denn das ist ein zentraler Punkt des Qualitätspakets. So müssen die Ergebnisse der zentralen Abschlussprüfungen für das Abitur und für den mittleren Schulabschluss ins Internet gestellt werden. Auch die Inspektionsberichte müssen verbindlich im Rahmen der Schulporträts veröffentlicht werden. Für die Ergebnisse der Zehntklässler gilt das allerdings erst ab dem Schuljahr 2014/15, da erst dann der erste Jahrgang der neuen Sekundarschulen die zehnte Klasse absolviert.

Bei der Veröffentlichung werden die Ergebnisse den statistisch ermittelten Ergebnissen einer Vergleichsgruppe gegenübergestellt. Deren Zusammensetzung orientiert sich am Anteil der Kinder, die nicht Deutsch als Muttersprache sprechen, und an dem Anteil der Schüler, die von der Zuzahlung für Lehrbücher befreit sind - also aus einem sozial schwachen Umfeld stammen. Schulen, die besonders schlecht bei den zentralen Abschlussprüfungen ihrer Schüler abschneiden, werden Unterstützung bekommen. Für das jeweilige Problemfach erhalten die leistungsschwächsten 20 Prozent der Schulen verbindlich spezifische Trainer.

Zudem müssen sich die Lehrer die Bewertung durch ihre Schüler gefallen lassen. Zunächst war das nur für Problemschulen geplant, jetzt müssen sich alle Lehrer der Einschätzung stellen.

Zöllner nimmt aber auch Eltern und Schüler stärker in die Verantwortung. Eltern, die ihre Kinder vor der Einschulung nicht zum Sprachtest schicken, sollen Bußgelder zahlen. Kinder mit sprachlichen Defiziten müssen dann ein Jahr vor der Schule fünf Stunden statt bisher drei Stunden in die Kita gehen. Schulschwänzer, die 14 Jahre alt sind oder älter, sollen künftig per Bußgeldbescheid selbst zur Kasse gebeten werden. In diesem Alter seien Jugendliche durchaus schon selbst verantwortlich für ihr Handeln, so der Bildungssenator.