Universität Bayreuth

Guttenberg hat "vorsätzlich getäuscht"

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte es zunächst bestritten: Am 15. Februar, dass seine Doktorarbeit ein Plagiat sei ("Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus"). Am 16. Februar, dass er absichtlich abgeschrieben habe ("Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht").

Und auch in einem Schreiben an die Universität Bayreuth bemühte sich Guttenberg festzustellen: "Aber festhalten will ich doch, dass ich zu keinem Zeitpunkt vorsätzlich oder absichtlich getäuscht habe." Das sieht die Universität jedoch inzwischen anders: Die Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" hat nach drei Monaten die Prüfung von Guttenbergs Doktorarbeit abgeschlossen.

Sie stellt fest: "Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Freiherr zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat." Über die ganze Arbeit verteilt fänden sich Stellen, die als Plagiat zu qualifizieren seien. Besonders deutlich lasse sich dies anhand der verwendeten Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags veranschaulichen. Herr zu Guttenberg habe sich immer wieder die Autorschaft angemaßt, was bewusstes Vorgehen voraussetzt. Dafür sprächen eine Vielzahl von Indizien - etwa Umformulierungen der Originaltexte, Umstellung der Syntax, Verwendung von Synonymen sowie einzelne Auslassungen. Der vollständige Bericht wird am Mittwoch im Internet veröffentlicht.