Selbstmordattentat

Terror-Anschlag: Touristen in Marokko getötet

Bei einem Terror-Anschlag in einem beliebten Café in der marokkanischen Stadt Marrakesch sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen.

Weitere 20 wurden bei der Explosion verletzt. Andere Quellen sprachen von 18 Toten. Unter den Opfern in dem Café "Argana" am Dschamaa-al-Fna-Platz sollen elf Touristen sein, darunter mindestens zwei Franzosen und ein Brite. Die Nationalität der anderen Opfer ist bislang unklar. Das Auswärtige Amt prüfte, ob auch Deutsche getötet oder verletzt wurden. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe gab es keine Hinweise dafür.

Der Platz, der zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, ist wegen seiner Gaukler und Stände eine der Hauptattraktionen für Touristen in Marrakesch. Nach der Explosion, die die Fassade des Cafés völlig zerstörte, wobei viele Menschen unter den Trümmern begraben wurden, brach Panik aus. Augenzeugen zufolge hätten Hunderte Menschen versucht, den Platz zu verlassen, der zur Mittagszeit sehr voll gewesen sei. Beobachter gingen zunächst davon aus, dass Gasflaschen in dem Restaurant explodiert seien. Auch das marokkanische Innenministerium sprach zunächst von einem Unfall, später von einem "kriminellen Akt" und schließlich von einem Terror-Anschlag. In Medienberichten war von einem Selbstmordattentäter die Rede. Er soll einen Orangensaft bestellt und sich dann in die Luft gesprengt haben. Es war das schwerste Attentat seit acht Jahren.

Regierungssprecher Halid Naciri teilte am Abend mit, es sei noch "zu früh", um zu sagen, wer hinter dem Terrorakt stecke. Die marokkanischen Sicherheitskräfte haben in der Vergangenheit mehrere Zellen einer zum Terrornetzwerk al-Qaida gehörenden Gruppe zerschlagen. Spekuliert wird, der nordafrikanische al-Qaida-Ableger AQMI könnte hinter dem Anschlag in Marrakesch stecken. Doch dazu schweigt das Innenministerium bislang. "Die Ermittlungen sind im Gange", heißt es lediglich.

Ob das Attentat mit den jüngsten Protesten für demokratische Reformen zusammenhängen könnte, ist ebenfalls unklar. Gewalttätige Unruhen sind in Marokko bislang ausgeblieben.