Gesundheitswesen

Die Charité zahlt ihren Mitarbeitern das Gehalt später

Die Charité zahlt ihren 13 000 Mitarbeitern künftig das Gehalt am Monatsende statt in der Monatsmitte. Das hat der Vorstand des Konzerns beschlossen und gestern den Beschäftigten mitgeteilt.

Die Umstellung soll im Februar kommenden Jahres erfolgen. "Das Unternehmen will dadurch Liquiditätsengpässe vermeiden", sagte eine Sprecherin gestern. Grund für diese Engpässe sei, dass die Rechnungen an die Charité zu unterschiedlichen Zeitpunkten beglichen würden. In der Vergangenheit sei es am Monatsende regelmäßig zu einer "angespannten Finanzlage" gekommen, sagte die Sprecherin. Die Gehälter der Charité-Beschäftigten seien aber nicht gefährdet, eine akute Geldnot liege auch nicht vor, betonte sie. Morgen will der Aufsichtsrat über die Umstellung beraten.

In der Verwaltung von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) zeigte man sich von der plötzlichen Verlegung der Gehaltsauszahlung überrascht. Die Umstellung sei vor langer Zeit einmal in Aussicht gestellt worden, warum sie jetzt erfolge, sei unklar, hieß es.

Die Charité hatte erst vor einer Woche einräumen müssen, dass das Unternehmen entgegen früheren Angaben auch in diesem Jahr einen Fehlbetrag in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro aufweise. Daraufhin war der Streit zwischen Finanzsenator Nußbaum und Charité-Chef Karl Max Einhäupl eskaliert. Nußbaum warf dem Konzernchef fehlende Managementqualität vor. Einhäupl machte die Reformen des Bundes im Gesundheitswesen für das neu entstandene Defizit verantwortlich. Er schloss einen Rücktritt aus. Seit Jahren schwelt ein Streit zwischen Landesregierung und Charité über die Finanzen des Universitätsklinikums. Die Charité klagt über einen Sanierungsstau in Höhe von 660 Millionen Euro, das Land billigte dem Krankenhaus kürzlich 330 Millionen Euro zu.