Biene Maja

Gefahr für Schwarz-Gelb

An manchen althergebrachten Dingen sollte man nicht allzu viel erneuern. Als Kinderschokolade 2006 das Bild des Jungen auf der Packung gegen ein vermeintlich moderneres Kindergesicht austauschte, erhob sich ein Proteststurm gegen das neue, der als seelenloser "Kevin" verunglimpft wurde.

Für Westdeutsche sind solche Werbe- und Fernsehfiguren oft heilige Kindheitserinnerungen, die immer so bleiben sollen, wie sie einmal waren.

Es werden also vor allem Eltern mit sehr skeptischen Augen auf die 80 neuen "Biene Maja"-Geschichten schauen, die das ZDF gerade im 3-D-Verfahren verfilmen lässt. Denn für Frauen ab 35 ist Maja eine "Identifikationsbiene", wie eine Kuratorin des Berliner Fernsehmuseums einmal sagte. Verantwortlich dafür sind weniger die Bücher von Waldemar Bonsels (1880-1952) als die japanische Zeichentrickserie aus den Siebzigerjahren.

Die Neuverfilmung ist allerdings unumgänglich. "Der Grund dafür war zunächst ein rein technischer", sagt Irene Wellershoff vom ZDF. Das alte Filmmaterial habe sich nicht mehr in ein HDTV-Format umwandeln lassen, das den heutigen Sehgewohnheiten entspricht.

"Heutige Sehgewohnheiten" - das klingt, als drohte Maja und Willi ein Neu-Design in Lillifee-Rosa. Doch zum Glück haben die Animateure im Pariser Studio 100, dem das ZDF die Neuverfilmung übertragen hat, ihre Kreativität gebremst. Die Bienen sehen auf den ersten Bildern genauso schwarz-gelb aus wie früher - nur eben dreidimensional. Auch der altbekannte Titelsong soll erhalten bleiben.

Neben Maja entstehen auch 78 neue Folgen von "Wickie und die starken Männer". Ab 2013 haben Kinder Gelegenheit, im ZDF die zwei Klassiker zu entdecken. Und von 3-D genervte Erwachsene können ja ein Auge zudrücken.