Kriegsberichterstattung

Tod für die Wahrheit

Er war immer ganz vorne dabei und hielt viele bewaffnete Konflikte in aller Welt im Bild fest. Seinen furchtlosen Einsatz für die Wahrheit hat der preisgekrönte britische Kriegsfotograf Tim Hetherington in Libyen nun mit dem Leben bezahlt.

Er starb am Mittwoch in der umkämpften Stadt Misrata bei einem Mörsergranaten-Angriff der Truppen von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi. Mit ihm kam sein Kollege Chris Hondros ums Leben. Mit einer Trauerfeier in der libyschen Rebellen-Hochburg Bengasi wurde am Freitag der beiden Reporter gedacht. Rund 30 Journalisten, Diplomaten sowie Vertreter von Hilfsorganisationen und der libyschen Aufständischen versammelten sich nach der Ankunft der Särge in Bengasi mit Kerzen in der Hand in einem Hotel. "Sie sind Helden", sagte der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats der Aufständischen, Abdel Hafis Ghoka. "Sie sind gekommen, um der Welt von diesem Konflikt zu berichten. Niemand kann Journalisten daran hindern, sich an die Front zu begeben." Hetherington wurde 40, Hondros 41 Jahre alt.