Energiepolitik

Merkels schneller Atomausstieg ist auch in der Union umstritten

Nach der Einigung von Bund und Ländern auf einen Zeitplan für die Energiewende ist eine heftige Debatte um die damit verbundenen Kosten entbrannt. "Es sollte Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen", sagte Michael Fuchs, der Unions-Vizefraktionsvorsitzende, der Morgenpost.

"Ich bin mir nicht sicher, ob wir das in diesem Tempo hinkriegen." Bisher sei von Kosten zwischen drei und fünf Milliarden Euro im Jahr die Rede. "Das ist heftig. Bevor wir entscheiden, müssen wir es genauer wissen", monierte der Wirtschaftspolitiker Fuchs. Es dürfe nicht gelten: Ausstieg, "egal zu welchen Bedingungen", warnte er.

Auch die Opposition kritisierte den Fahrplan zur Energiewende. SPD-Chef Sigmar Gabriel lastete die Unklarheit über den finanziellen Aufwand der Energiewende direkt der Bundeskanzlerin an: "Frau Merkel sind doch die Kosten ihres energiepolitischen Zickzackkurses für Bürger, Mittelstand und Industrie völlig egal", sagte er dieser Zeitung. Auch die Parteichefin der Linken stieß in dieses Horn: "Ich fordere die Bundesregierung auf, ihren angekündigten Ausstieg aus der Atomenergie und den Ausbau der erneuerbaren Energien sozialverträglich zu organisieren", sagte Gesine Lötzsch und forderte "Sozialtarife".