Kriminalität

Fall Dennis: Serientäter gesteht drei Morde an Kindern

Der als "Maskenmann" seit zehn Jahren gesuchte Serienmörder ist gefasst. Ein 40-Jähriger aus Hamburg hat den Mord an dem neunjährigen Dennis K. aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck und zwei weiteren Jungen gestanden.

Das Amtsgericht Stade erließ am Donnerstagabend Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des dreifachen Mordes, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Verden mitteilten.

Er habe zudem gestanden, für weitere rund 40 Fälle sexuellen Missbrauchs in Wohnhäusern, Zeltlagern und Schullandheimen verantwortlich zu sein. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft. In Hamburg stand er bereits wegen anderer Taten unerkannt vor Gericht.

Den entscheidenden Hinweis auf den Verdächtigen lieferte ein Zeuge, der 1995 als Zehnjähriger mutmaßlich Opfer des Mannes geworden war. Der Verdächtige soll damals in das Wohnhaus der Familie in Bremen eingedrungen sein und den Jungen in seinem Kinderzimmer sexuell missbraucht haben. Nun habe sich das Opfer erinnert, dass zuvor auf einer Ferienfreizeit ein Betreuer ihn auffällig nach seiner Wohnsituation ausgefragt habe. Dieser Hinweis sei schließlich der Schlüssel zur Aufklärung der Morde gewesen, sagte Uwe Jordan, Leiter der Polizei in Verden.

Der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann und Innenminister Uwe Schünemann (beide CDU) lobten die Polizei für den Ermittlungserfolg im Mordfall Dennis.

Die Ermittler in Verden erklärten am Freitag, dass der Festgenommene mit zwei weiteren Morden an Jungen in Frankreich und den Niederlanden "nichts zu tun haben" wolle. Man werde dies aber weiterhin prüfen, sagte der Leiter der Soko "Dennis", Martin Erftenbeck. Bislang waren die Kriminalbeamten davon ausgegangen, dass der Mörder von Dennis vier weitere Jungen tötete, weil bei allen Taten ein ähnliches Muster zu erkennen gewesen war.