Verkehr

Mit Blaulicht in den Nato-Stau

Das hatte Kurt Beck noch nicht erlebt. Dass er in Berlin nicht als der "König Kurt" behandelt wird, wie er das in der Pfalz als dienstältester Ministerpräsident Deutschlands gewohnt ist, war klar. Dass er aber selbst mit Blaulicht und allen notwendigen Sondergenehmigungen im Stau stecken blieb, muss ihn dann doch hart getroffen haben.

"Wir haben Papiere, wir haben Blaulicht, aber da war nichts zu machen", sagte der SPD-Politiker am Freitag, nachdem er es nur mit erheblicher Verspätung zur Bundesratssitzung geschafft hatte. "Wir sind nicht durchgekommen, die ließen nicht mit sich reden."

Beck wollte zur Vorbereitung der Bundesratssitzung mit seinem Dienstfahrzeug in die rheinland-pfälzische Landesvertretung nahe dem Brandenburger Tor fahren. Doch der gesamte Bereich war wegen des Nato-Außenministertreffens weiträumig abgesperrt, sodass Beck nur über nicht ganz übliche Umwege und mit erheblicher Verspätung endlich zu seinem Ziel gelangen konnte.

Auch am Freitag war nämlich wie schon am Donnerstag der Verkehr in der Innenstadt weitgehend zum Erliegen gekommen. Betroffen waren sowohl die City West wie die City Ost, sagte ein Polizeisprecher. Auf die zahlreichen Warnungen, an diesen beiden Tagen nicht mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren, hätten viele Autofahrer offensichtlich nicht gehört. Erst am Freitagnachmittag entspannte sich die Verkehrslage wieder. Besonders betroffen waren die Gegenden rund um das Auswärtige Amt am Werderschen Markt, rund um die Budapester Straße unweit des Zoologischen Gartens sowie Unter den Linden und alle umgebenden Straßen. Am Alexanderplatz bewegte sich zeitweise gar nichts mehr.

Auch in den angrenzenden Bereichen sowie auf den Straßen zum Flughafen Tegel stauten sich die Fahrzeuge kilometerlang. Die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen waren wegen der prominenten und teilweise gefährdeten Teilnehmer nötig. Der wohl wichtigste Gast bei der Konferenz, die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton, wurde am Freitag mit dem Rathenau-Preis geehrt.