Kriminalität

Angriff auf Polizeigebäude in Friedrichshain

Mehrere vermummte Täter haben einen Brandanschlag auf ein Polizeidienstgebäude in Friedrichshain verübt. Die Täter warfen Molotowcocktails und Pflastersteine. Ein Mitarbeiter einer Putzkolonne konnte im letzten Augenblick vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Die Täter flüchteten. Ein Beamter, der die Verfolgung aufgenommen hatte, wurde bei einem Handgemenge mit einem der Täter leicht verletzt. Die Hintergründe sind noch unklar, die Polizei geht jedoch nach Angaben eines Sprechers von einem politischen Motiv aus. Politiker aller Parteien verurteilten den Anschlag am Montag als feige Tat, die zudem Menschenleben gefährdet habe.

Während Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Montag mahnte, zum jetzigen Zeitpunkt keine voreiligen Schlüsse zu den Motiven der Täter zu ziehen, sagte CDU-Landeschef Frank Henkel, angesichts des bevorstehenden 1. Mai müsse die Tat als Warnung angesehen werden. Der Übergriff zeige, "dass der Kampf gegen die vermutlich linksradikalen Staatsfeinde nicht zu Ende ist". Diese seien nach wie vor in der Lage, jederzeit zuzuschlagen. Szenekundige Beamte der Polizei hatten bereits vor der Tat vom Montag vermutet, die gewaltbereite Linke sei dabei, sich für den 1. Mai "warmzulaufen".

Nach dem Anschlag hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine bessere Bewachung der Dienstgebäude gefordert. Es gebe zu viele Polizeiwachen, die gar nicht oder nur von privaten Sicherheitsfirmen bewacht würden, sagte GdP-Sprecher Klaus Eisenreich am Montag. Nach Informationen der GdP war das Türschloss der angegriffenen Polizeiwache in Friedrichshain seit Wochen kaputt und konnte nicht mehr geschlossen werden. Ein solcher Zustand sei eine direkte Einladung an Gewalttäter, sagte Eisenreich.

Der Anschlag am Montag war der dritte in diesem Jahr auf ein Polizeidienstgebäude in Berlin. Zuvor hatte es Attacken auf Dienstgebäude an der Brunnenstraße in Mitte und an der Straße Am Nordgraben in Reinickendorf gegeben.