Frühkritik

Eine ziemlich kindische "Salome" an der Komischen Oper

Gleich zu Beginn von "Salome" an der Komischen Oper wischt ein Soldat das Blut von seiner Machete. Aber in dieser Strauss-Inszenierung geht es weniger blutrünstig zu, dafür ziemlich kindisch. Regisseur Thilo Reinhardt wagt einen Comic über das düstere Musikdrama.

Der Tanz der sieben Schleier ist hier ein Bilderreigen: Ein Kreuzweg, Salome bespringt den Gekreuzigten, Salome als kleines Mädchen vom Vater bedrängt, Salome wird Revolutionärin und fährt in einer Limousine. Kleiner kann ein Regisseur seine Sänger-Darsteller kaum machen. Dabei kann Egils Silins (Jochanaan) stimmmächtig dagegen ansingen. Beifall für die Sänger, Buhs für die Regie. vbl