Frühkritik

"Esmeralda" als Tanz-Klamotte an der Deutschen Oper

Mein Gott - das geht auf den "Glöckner von Notre Dame" zurück, das Jahrhundertbuch von Victor Hugo.

Da haben die Glocken aber schon ganz anders geläutet als in dieser "Esmiralda", vorgeführt vom Staatsballett in der Deutschen Oper, seiner neuen Heimat.

Das Moskauer Bolschoi hat die kleine, aber aufwendige Liebesschnulze über die Jahrhunderte gerettet, ein ganzes Cort de Ballet von Bearbeitern hat sich über jeden Schritt, jeden Ton, jedes Kostüm hergemacht. Man hat hier verbessert und dort, man hat sich Mühe gegeben am tanzenden Band. Was bisher herausspringt (jetzt ist erst Pause), ist nichts als eine zierliche Tanz-Klamotte, die auf liebenswürdige Weise einschläfert. Wie es mit Ausgrabungen so geht, oft buddelt man in verdammt leeren Löchern. Das Publikum zeigt sich trotzdem charmiert. (Die ausführliche Kritik lesen Sie in der morgigen Ausgabe der Morgenpost.)