Personalnotstand

Berlin droht ein massiver Mangel an Erziehern

Die Schulhorte müssen sich auf einen Erzieher-Notstand einstellen. Obwohl an den Berliner Grundschulen 200 befristete Erzieherverträge zum Jahresende auslaufen, ist noch immer unklar, wie es ab Januar weitergeht.

Die Gewerkschaft GEW dringt auf eine schnelle Regelung und warnt vor massiven Engpässen im kommenden Jahr. Die Bildungsverwaltung will jedoch weiter keine Zusage über eine Verlängerung der Verträge machen - der tatsächliche Bedarf an den Grundschulhorten sei noch nicht ermittelt. Nach Angaben der GEW sind derzeit bereits 50 Erzieherstellen an Grundschulen unbesetzt. Hinzu kommen viele langzeiterkrankte Pädagogen, für die es in den Horten keine Vertretungsregelung gibt. Die Folge: In der Nachmittagsbetreuung an den Schulen müssen schon jetzt oft Gruppen zusammengelegt werden, Ausflüge oder Projekte fallen aus.

Zu erwarten ist, dass sich die Situation weiter zuspitzt, weil auch in den staatlichen Kitas Erzieher fehlen sind. Bereits jetzt können freie Stellen häufig nicht rechtzeitig besetzt werden. Erst ab April sollen 900 zusätzliche Erzieherstellen an den Kitas geschaffen werden, im Jahr darauf weitere 900. Im nächsten Jahr soll zudem die Schulstrukturreform starten. Dann werden die neuen Sekundarschulen zu Ganztagsschulen und ebenfalls mit Erziehern ausgestattet.