Finanzhilfe

Portugal braucht bis zu 90 Milliarden Euro

Die Bundesregierung hat Portugals Ruf nach milliardenschweren Finanzhilfen begrüßt.

Das Ersuchen sei "angesichts der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Landes ein vernünftiger und notwendiger Schritt", sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Das scheinen auch die Märkte so zu sehen, wie sich an deren ersten Reaktionen ablesen lässt." Bei den Investoren sorgte die Entscheidung Portugals für Erleichterung. Sie müssen nun vorerst keinen Zahlungsausfall mehr fürchten.

Portugal wird nun nach Irland und Griechenland als dritter Euro-Staat Hilfe erhalten. Schäuble erwartet, dass in "zwei bis drei Wochen" klar ist, in welcher Höhe Kredite an Portugal vergeben werden. In EU-Kreisen ist von 60 bis 90 Milliarden Euro die Rede.

Die neusten Entwicklungen in Brüssel und Lissabon überschatten die guten Nachrichten von der deutschen Konjunktur: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagen fast drei Prozent Wachstum, sinkende Arbeitslosenzahlen, mehr Beschäftigung und weniger neue Staatsschulden voraus. In ihrer Gemeinschaftsdiagnose hoben die acht Institute am Donnerstag ihre Wachstumsprognose um fast die Hälfte auf 2,8 Prozent an. Auch im kommenden Jahr werde der Aufschwung mit zwei Prozent kräftig bleiben.