Tarife erneut erhöht

Strom wird in Berlin erheblich teurer

Der Energieversorger Vattenfall wird im nächsten Jahr die Strompreise für seine Kunden in Berlin und Hamburg deutlich erhöhen. In der Grundversorgung zahlen Privatkunden in Berlin 5,9 Prozent mehr für ihren Strom, in Hamburg sind es 4,4 Prozent, wie das Unternehmen gestern bekannt gab.

Für Gewerbekunden werde der Strom in beiden Städten um 8,9 Prozent teurer. Der monatliche Grundpreis bleibe stabil.

Das Unternehmen reagiert mit der Preiserhöhung nach eigenen Angaben auf steigende Kosten, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz entstünden. Diese hätten sich seit der Preiserhöhung von Vattenfall im Jahr 2007 verdoppelt. Die Förderung der erneuerbaren Energien habe den Strompreis in den vergangenen drei Jahren um fünf bis sechs Prozent verteuert.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Schäfer, bezeichnete es als "üble Dreistigkeit", dass Vattenfall die erneuerbaren Energien für die Strompreiserhöhung verantwortlich macht. Diese seien vielmehr durch die Kosten von Vattenfalls "Atomschlampereien" verursacht worden. Grund seien die durch den Stillstand der "Pannenreaktoren" Krümmel und Brunsbüttel entstandenen Millionenverluste des Konzerns.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bezeichnete die Preiserhöhung gestern Abend als heftig: "Das muss erklärt werden." Die Stromkonzerne hätten auch in der Krise nicht die meisten Verluste gemacht. Ein Berliner Durchschnittshaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 2200 Kilowattstunden muss im Grundversorgungstarif Berlin Basis rund 2,40 Euro pro Monat mehr bezahlen. Alle Kunden werden angeschrieben und über die Preisänderungen informiert. Zuletzt hatte Vattenfall im Jahr 2007 die Tarife erhöht.

Die Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt den Kunden von Vattenfall, alternative Angebote des Konzerns und bei anderen Anbietern zu prüfen. Bundesweit erhöhen mindestens 40 Anbieter zum 1. Januar ihre Preise um durchschnittlich fünf Prozent.