Qualitätsanalyse

Region Berlin: Deutlich mehr Verspätungen bei der Bahn

Bahn-Kunden in Berlin und Brandenburg sind täglich 4000 Stunden länger unterwegs als nötig. Das geht aus der Qualitätsanalyse "Netzzustand 2009" hervor, die der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) in der nächsten Woche vorstellen wird.

Im Jahr zuvor hatte sich die Wartezeit auf 3700 Stunden summiert. Grund für die deutliche Zunahme der Verspätungen ist nach Aussagen des VBB vor allem der schlechte Zustand des Schienennetzes der Deutschen Bahn. Weil vielerorts die Gleise mangelhaft sind, müssen die Züge im Regionalverkehr oft langsamer fahren, als es möglich wäre. Die Folge: Die Bahnkunden benötigen für ihren täglichen Weg mehr Zeit.

Die Zahl der sogenannten Langsamfahrstellen habe sich im vergangenen Jahr nicht verringert, kritisiert der Verkehrsverbund. "Insgesamt 13 Prozent des Netzes können aufgrund von Mängeln nicht mit der eigentlichen Streckengeschwindigkeit befahren werden", heißt es in der aktuellen VBB-Qualitätsanalyse. Damit habe die Bahn den Positivtrend der vergangenen Jahre nicht bestätigen können. Der Anteil der Strecken mit erzwungenem Tempolimit in Berlin und Brandenburg war laut VBB von 16 Prozent im Jahr 2006 auf zwölf Prozent im Vorjahr gesunken. Die VBB-Studie berücksichtigt dabei nur Verspätungen im Regionalverkehr. Die aktuellen Probleme bei der Berliner S-Bahn sind gar nicht eingerechnet.

Die Deutsche Bahn wies die Kritik des Verkehrsverbundes umgehend zurück. "Wir können das absolut nicht nachvollziehen", sagte ein Bahn-Sprecher. Die Zahl der Langsamfahrstellen sei in den vergangenen Jahren ständig verringert worden. Die Investitionen in das bestehende Netz seien dabei konstant geblieben und keinesfalls reduziert worden. Nach eigenen Angaben investiert die Bahn jährlich dreistellige Millionenbeträge für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Jahr sollten demnach 366 Millionen Euro für die Erneuerung von Netz und Stationen ausgegeben werden. Ein Großteil des Geldes floss allerdings in das Fernverkehrsnetz.

Der Berliner Fahrgastverband Igeb bestätigt dagegen die Kritik des VBB: "Insbesondere der Regionalexpress RE 1 zwischen Frankfurt (O.) und Magdeburg ist notorisch verspätungsanfällig." Unpünktlichkeit sei ein Dauerproblem im Regionalverkehr.