Parteien

FDP-Landesverbände fordern Westerwelles Rückzug

Mehrere Landesverbände der Liberalen wollen offenbar Guido Westerwelle nicht länger als FDP-Vorsitzenden. Die Parteiorganisationen von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen drängen Westerwelle zum Rückzug.

Eine Vorentscheidung könnte bereits am Montag fallen. Das Magazin "Focus" zitierte ein namentlich nicht genanntes Mitglied des FDP-Parteipräsidiums mit den Worten: "Westerwelle wird bereits in der nächsten Präsidiumssitzung am Montag sein Amt zur Disposition stellen." Außenminister und Vizekanzler wolle der 49-Jährige bleiben.

Westerwelle selbst lehnte am Rande seines Japan-Besuchs eine Stellungnahme ab. "Ich werde bestimmt nicht auf einer Auslandsreise zur Parteipolitik in Deutschland Stellung nehmen. Das ist unangebracht. Und das werde ich auch nicht tun", sagte der Vizekanzler am Sonnabend in Tokio. Am Sonntag wird er in Berlin zurückerwartet.

Als mögliche Nachfolger Westerwelles an der Parteispitze der Liberalen werden Generalsekretär Christian Lindner, Gesundheitsminister Philipp Rösler und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gehandelt.

Auch der Wirtschaftsminister und Vize-Vorsitzende der Bundes-FDP Rainer Brüderle steht weiter in der parteiinternen Kritik: Der neue Brandenburger Landesvorsitzende Gregor Beyer forderte seinen Rücktritt. Es dürfe nicht sein, dass ein FDP-Politiker von politischen Entscheidungen der Partei abrücke.