Operation geplant

Linke-Chef Lafontaine an Krebs erkrankt

inksparteichef Oskar Lafontaine wird sich am Donnerstag einer seit Längerem geplanten Operation unterziehen. "Es handelt sich um eine Krebserkrankung", teilte der 66-Jährige gestern mit. Nähere Angaben machte Lafontaine nicht, auch seine Partei wollte nicht weiter Stellung nehmen.

Nach überstandener Operation werde er zum Jahresbeginn "unter Berücksichtigung meines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen darüber entscheiden, in welcher Form ich meine politische Arbeit weiterführe", ergänzte Lafontaine. In der Berliner Parteizentrale hieß es, der Parteivorsitzende werde in seiner Eigenschaft als Fraktionschef in Saarbrücken wie geplant heute eine Rede im Landtag halten, bevor er sich dem Eingriff am Donnerstag unterziehe.

Lafontaine hatte im Oktober überraschend erklärt, dass er auf den Fraktionsvorsitz der Linkspartei im Bundestag verzichtet. Offizielle Begründung damals war, er wolle sich auf seinen Posten als Parteivorsitzender konzentrieren. Nach der Wahl im Saarland Ende August hatte Lafontaine zudem den Fraktionsvorsitz seiner Partei im Saarland übernommen.

Lafontaine verbrachte den Großteil seiner politischen Laufbahn in der SPD, deren Parteivorsitzender er von 1995 bis 1999 war. Am 11. März 1999 trat er völlig überraschend von all seinen Regierungs- und Parteiämtern zurück. Nach 39 Jahren Parteimitgliedschaft trat er schließlich im Mai 2005 aus der SPD aus.