Nordafrika

Schrei nach Freiheit

Die Proteste in den nordafrikanischen Ländern werden nicht leiser. Im Jemen fordern Demonstranten seit Wochen lautstark den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh, der sich bislang jedoch ebenso an die Macht klammert wie vor ihm Tunesiens Zine al-Abidine Ben Ali und Ägyptens Husni Mubarak.

Beide sind inzwischen gestürzt, doch im Jemen, aber vor allem in Libyen ist die Lage noch lange nicht geklärt. Dort übernahm die Nato am Donnerstag den Oberbefehl über Luftangriffe gegen Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi. Überschattet wurde der Wechsel von den ersten ernst zu nehmenden Berichten, wonach Zivilisten bei den Bombardements ums Leben gekommen sein sollen. Die Nato versprach, die Angaben eines katholischen Geistlichen zu prüfen. Zuvor war der libysche Außenminister Mussa Kussa, einer der engsten Vertrauten Gaddafis, in einer spektakulären Flucht nach London entkommen. Die schottische Justiz kündigte umgehend an, Kussa zum Anschlag von Lockerbie befragen zu wollen. Zugleich ging der Streit über Waffenlieferungen an die Rebellen weiter.