Personalbestand

Berlins Polizei überaltert: Nur 37 Beamte unter 25

Die Berliner Polizei ist in "beängstigendem Maße überaltert". Zu diesem Ergebnis kommt die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Nach Angaben ihres Landesvorsitzenden Eberhard Schönberg sind von den insgesamt 22 000 Mitarbeitern der Behörde gerade einmal 37 unter 25 Jahre alt.

Etwa die Hälfte der Kollegen - 10 852 - ist älter als 45 Jahre. Rechnungen der GdP zufolge müssten in den kommenden Jahren jährlich mindestens 900 neue Mitarbeiter eingestellt werden, um allein den gegenwärtigen Personalbestand zu halten. Die Polizeiführung sagte gestern auf Anfrage, dass eine seriöse Planung in puncto Personal maximal für drei oder vier Jahre im Voraus möglich sei. Man stelle dementsprechend ein.

Polizisten berichten indes, dass die Grenze der Belastbarkeit längst erreicht sei. So würden beispielsweise in der Polizeidirektion 5 (Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln) zurzeit 90 Kollegen fehlen, knapp 80 weitere seien durch Erkrankungen oder Behinderungen nur eingeschränkt dienstfähig. Zudem müsse zukunftsweisend der Polizeiberuf in der Hauptstadt attraktiver gemacht werden, um überhaupt Nachwuchs für diese Sparte begeistern zu können. "In anderen Bundesländern werden pauschal mehrere Hundert Euro monatlich mehr bezahlt. Außerdem hat sich längst über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen, dass das Arbeitspensum personalbedingt immens ist und damit auch Einfluss auf das Familienleben hat", so ein Polizeiführer. Wenn nicht nachgebessert werde, werde niemand mehr Polizist werden wollen.