Statistik

Jeder vierte Berliner hat ausländische Wurzeln

Die Zahl der Berliner mit ausländischen Wurzeln ist weiter gestiegen.

Ende 2010 lebten 872 000 Menschen mit Migrationshintergrund in der Hauptstadt. Das waren 30 000 mehr als drei Jahre zuvor. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistikamt Berlin-Brandenburg am Mittwoch vorstellte. Damit hat jeder vierte Berliner ausländische Wurzeln. Davon sind rund 170 000 türkischer, rund 90 000 polnischer und rund 60 000 arabischer Herkunft. Dem Amt zufolge ist der Migrantenanteil in Mitte mit 44,8 Prozent am höchsten, gefolgt von Neukölln mit rund 40 Prozent und Friedrichshain-Kreuzberg mit etwa 38 Prozent. "In vielen Kiezen in diesen Bezirken hat sich das Verhältnis von Minderheit zu Mehrheit längst umgedreht", erläuterte der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening. Mehr als die Hälfte der Einwohner mit Zuwanderungshintergrund in diesen Kiezen seien türkischer Herkunft. 30 Prozent der Bürger in Kreuzberg und Nord-Neukölln stammten direkt oder über ihre Eltern aus einem islamischen Land, fügte Piening hinzu. "Die Welt ist in Berlin zu Hause", sagte er. Die Hauptstadt werde immer internationaler. Vor welchen Herausforderungen das Bildungssystem stehe, werde bei einer genaueren Betrachtung der Altersgruppen deutlich: 43 Prozent der bis 15 Jahre alten Berliner haben einen Migrationshintergrund. In Kreuzberg, Wedding und Nord-Neukölln liege dieser Anteil fast durchgehend bei 70 Prozent und mehr, betonte der Integrationsbeauftragte. Von diesen haben 80 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft. "Eine neue Mehrheit wächst heran und wird die Zukunft der Stadt bestimmen", sagte Piening weiter.