Bildung

Berlins Grundschulen fehlen Mathematik-Lehrer

An den Berliner Grundschulen werden die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften größtenteils von fachfremden Lehrern unterrichtet. In den fünften und sechsten Klassen werden mehr als 60 Prozent der Unterrichtsstunden in diesen Fächern von Lehrern erteilt, die keine entsprechende Ausbildung haben.

Das geht aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Sascha Steuer hervor. Gerade diese Jahre seien aber entscheidend für die Wahl der weiterführenden Schule, sagt Steuer. Würden die Grundlagen hier nicht gelegt, hätten es die Schüler auch in den höheren Klassen schwerer. Zwar wurde im Schuljahr 2004/2005 an den Berliner Schulen das Fach Naturwissenschaften für die fünften und sechsten Klassen eingeführt, doch auch hier fehlt es an qualifizierten Lehrern. Die Bildungsverwaltung versucht mittlerweile, die Grundschullehrer fortzubilden, denn die Fachlehrer für Mathematik oder Physik sind nur schwer zu bewegen, Grundschüler zu unterrichten.

Für die Berliner Schüler ist das ein eindeutiger Nachteil im Vergleich zu anderen Bundesländern. In der Regel wechseln die Schüler dort schon nach der vierten Klasse an die Oberschulen, wo fachgerechter Unterricht Standard ist. "Kein Wunder, dass die Schüler hier in allen Vergleichsstudien so schlecht abschneiden", sagt Steuer.

Um das Interesse der Grundschüler an Naturwissenschaften zu wecken, bieten die Berliner Universitäten Schülerlabore an, doch die große Nachfrage kann nach Angaben der Bildungsverwaltung nicht gedeckt werden. Trotz dieser Maßnahme ist das Interesse an den Leistungskursen in naturwissenschaftlichen Fächern an den Gymnasien seit 2007 nicht gestiegen. Ein Teufelskreis, denn es fehlen auch künftig dringend Lehramtsabsolventen, die die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Biologie unterrichten.