Libyen

Türkei macht Weg für Nato-Einsatz frei

Die Nato wird in Kürze die Flugverbotszone in Libyen kontrollieren. Dies sagte Bündnis-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstagabend in Brüssel nach einer Sitzung des Nato-Rates. Rasmussen machte keine näheren Angaben über die Details des Beschlusses, mit dem die Nato einen sechs Tage dauernden Streit zwischen den Verbündeten beendete.

Zuvor hatte die Türkei ihren Widerstand gegen den Nato-Oberbefehl beim Libyen-Einsatz aufgegeben. Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte laut dem türkischen Staatsfernsehen TRT, die Bedingungen der Türkei für diesen Einsatz seien nun erfüllt. Ankara hatte zunächst gefordert, dass die Mitglieder der westlichen Allianz erst sämtliche Militäraktivitäten gegen Libyen einstellen sollten. Wenn dann die Nato die Leitung der Operation übernehme, so müsse sie sich auf die Einhaltung des Flugverbots beschränken. Vor allem Frankreich und Großbritannien hatten dies abgelehnt.

Unterdessen hat die Allianz den militärischen Druck auf Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi erhöht. Französische Kampfflugzeuge bombardierten am Donnerstag eine tief im Landesinneren gelegene Luftwaffenbasis. In der Nähe von Misrata zerstörten französische Rafale-Kampfbomber nach US-Angaben ein libysches Flugzeug, das die Flugverbotszone missachtet hatte. Zugleich wurde die Seeblockade der Nato vor der Küste Libyens wirksam.

Gaddafis Truppen ließen sich davon allerdings nicht aufhalten. Soldaten lieferten sich in Misrata erneut Gefechte mit den Aufständischen und fügten ihnen schwere Verluste zu. Auch aus der Hauptstadt Tripolis und aus Adschdabija wurden weitere Kämpfe gemeldet.