Hoffnung

Lage in Fukushima stabilisiert sich

In Japan wächst die Hoffnung auf einen relativ glimpflichen Ausgang der Atomkatastrophe von Fukushima.

Den 300 Ingenieuren in der Gefahrenzone des havarierten Kernkraftwerks gelang es am Sonntag, den Reaktorblock 2 wieder ans Stromnetz anzuschließen. Damit sind vier der sechs Blöcke wieder versorgt. Zwar blieb unklar, ob alle Maschinen und Pumpen in dem durch Erdbeben, Tsunami und Explosionen beschädigten Kraftwerk überhaupt noch funktionieren. Die Betreiber hofften jedoch, Anfang kommender Woche die Wende zu erreichen.

"Ich glaube, die Situation wird Schritt für Schritt besser", sagte Staatssekretär Tetsuro Fukuyama. Nach den Arbeiten vom Sonntag verfügten die Blöcke 1, 2, 5 und 6 wieder über Strom. Die Lage in Reaktor 3, wo hochgiftiges Plutonium zum Brennstoff gehört, schien sich nach stundenlanger Kühlung mit Hunderten Tonnen Wasser durch Löschzüge ebenfalls zu stabilisieren. Anfang der Woche soll dann Reaktor 4 in Angriff genommen werden. Ein Sprecher des Betreibers Tokyo Electric Power (Tepco) erklärte, es könne mehrere Tage dauern, bis auch die Blöcke 3 und 4 ans Netz angeschlossen seien. Sollten die Hilfskräfte die Lage auch dort in den Griff bekommen, wäre der Super-GAU abgewendet.

Bei den Rettungsarbeiten im Katastrophengebiet gab es am 9. Tag nach dem Beben noch eine gute Nachricht: Einsatzkräfte bargen am Sonntag eine 80-jährige Frau und ihren 16 Jahre alten Enkel aus einem zerstörten Haus. Die Zahl der geborgenen Toten stieg weiter. Die Behörden gehen davon aus, dass mehr als 20 000 Menschen ums Leben gekommen sind.

Unterdessen weisen immer mehr Lebensmittel zu hohe Strahlenwerte aufNach Spinat und Milch wurde auch belasteter Raps entdeckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zudem sollten die Menschen nicht mehr das Leitungswasser in der Region um Fukushima trinken.