Spätes Eingreifen

UN-Sicherheitsrat beschließt Flugverbot über Libyen

Über Libyen gilt ab sofort ein Flugverbot. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am Donnerstagabend (Ortszeit) eine Resolution verabschiedet, mit der die Luftwaffe des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi am Boden gehalten werden soll.

Das Papier erlaubt aber auch Luftschläge und andere "erforderliche Maßnahmen" zum Schutze von Zivilisten. Lediglich der Einsatz von Bodentruppen ist ausgeschlossen. Die UN-Mitgliedstaaten dürfen auch individuell handeln. Damit ist der Weg frei für Luftschläge.

Die Luftwaffe des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi hatte am Donnerstag den internationalen Flughafen von Bengasi bombardiert. Der libysche Machthaber versprach überraschend eine Feuerpause für die Nacht von Sonnabend auf Sonntag. Sie solle um Mitternacht beginnen und habe den Zweck, allen Libyern, die von der Generalamnestie profitieren wollten, Gelegenheit zu geben, ihre Waffen abzuliefern.

Zudem kündigte Gaddafi eine sofortige Offensive seiner Regierungstruppen gegen Bengasi an. Aufständische, die ihre Waffen niederlegen würden, würden verschont, sagte Gaddafi in einer vom libyschen Fernsehen übertragenen Audiobotschaft. Das Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, die Armee habe die "entscheidende Schlacht" um die drittgrößte libysche Stadt Misrata gewonnen und stehe "vor den Toren von Bengasi". Im Osten griffen Gaddafi-Truppen die Stadt Adschdabija, 160 Kilometer südlich von Bengasi, an. Ein Augenzeuge berichtete zudem in al-Arabija, nach den Luftangriffen am Vortag im Krankenhaus der Stadt die Leichen von 30 Zivilisten - Frauen, Kindern und alten Leuten - gesehen zu haben.