Hamburg

Störtebekers Schädel ist wieder da

Die Geschichte vom Tode Klaus Störtebekers gehört zu den romantischsten Legenden der Seeräuberhistorie: Angeblich soll der Pirat, als ihm 1401 in Hamburg der Kopf abgeschlagen wurde, noch an elf seiner Männer vorbeigelaufen sein - bis der Scharfrichter dem Kopflosen ein Bein stellte.

Der Bürgermeister Kersten Miles hatte Störtebeker angeblich versprochen, dass alle Komplizen überleben dürften, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeigehen könnte.

Kein Wunder, dass genau dieser abgeschlagene Schädel Störtebekers die Hauptattraktion im Museum für Hamburgische Geschichte war - bis er am 9. Januar gestohlen wurde. Doch nun ist der Kopf Störtebekers wieder da.

Die Hamburger Polizei übergab den Schädel am Donnerstag der Museumsdirektorin Lisa Kosok. Nach monatelanger Ermittlung war er am 16. März sichergestellt worden. Die 68. Spur der Ermittler führte demnach zum Erfolg.

Der von einem Nagel durchbohrte Schädel war 1878 beim Bau der Speicherstadt an einem Ort entdeckt worden, an dem früher Piraten geköpft und ihre Köpfe zur Abschreckung auf Pfähle gesteckt wurden. Das Museum stellt ihn schon lange als den Kopf des Piratenanführers aus, der mit seinen "Vitalienbrüdern" lange Schiffe auf Nord- und Ostsee ausgeraubt hatte.

Nach späteren gerichtsmedizinischen Analysen könnte es sich dabei durchaus um die Überreste eines um 1400 geköpften Mannes handeln. Ob der Schädel aber von Störtebeker stammt, lässt sich nicht mehr klären. 2004 scheiterte ein Versuch, DNA-Material aus den Knochen zu gewinnen und für den Abgleich mit potenziellen Nachfahren zu verwenden.