Sicherheit

Brandanschläge: Rauchmelder sollen in Berlin Pflicht werden

Nach einer weiteren Brandstiftung in Neukölln fordern Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) und Feuerwehrchef Wilfried Gräfling eine Einführung von Rauchmeldern per Gesetz. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) appellierte an alle Bürger, sich mit diesen Geräten auszustatten: "Sie kosten nicht viel Geld, und sie können Leben retten."

Bei dem Feuer sind fünf Menschen verletzt worden, darunter drei Kinder. Nur knapp 500 Meter vom Tatort Sonnenallee entfernt - dort waren am vergangenen Sonnabend zwei Erwachsene und ein zehn Tage alter Säugling an Rauchgasvergiftungen gestorben - stand am Mittwoch gegen 21.30 Uhr an der Erlanger Straße ein im Flur abgestellter Kinderwagen in Flammen und verursachte eine starke Verqualmung. Die Opfer wurden stationär in Krankenhäusern versorgt, die letzten können die Kliniken erst am Freitag verlassen. Das Landeskriminalamt ermittelt wegen schwerer Brandstiftung, Hinweise zu den Tätern nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Zurzeit wird in alle Richtungen recherchiert, so sei das Vorgehen eines Serientäters ebenso denkbar wie das eines skrupellosen Trittbrettfahrers. Ein Ermittler sagte; die Täter müssten schnell gefasst werden, um weitere Opfer zu verhindern.

Die Berliner Polizei rät, allen Mietern die Haustüren geschlossen zu halten, aber nicht komplett abzuschließen, damit die Rettungskräfte dadurch nicht behindert werden. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass keinerlei brennbare Gegenstände in Hausfluren gelagert werden. Dazu zählten sowohl Schuhe, Matten, Kinderwagen, Holzregale, alte Zeitungen. Wenn Kinderwagen nicht in Wohnräume mitgenommen werden könnten, sollten sie nach Möglichkeit in den Kellerräumen eingeschlossen werden.