Tarifkonflikt

Lokführer drohen mit weiteren und längeren Streiks

Nach dem sechsstündigen Streik, der am Donnerstagmorgen bundesweit einen Großteil des Bahnverkehrs massiv durcheinandergebracht hat, droht die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mit noch längeren Arbeitsniederlegungen.

GDL-Chef Claus Weselsky forderte die Arbeitgeber auf, ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorzulegen. Es gebe genügend Gründe, auch mit längeren Streiks für die Ziele zu kämpfen. Die Gewerkschaft ließ aber offen, wann es erneut zu Arbeitsniederlegungen kommen könnte. Die Deutsche Bahn sagte, der Streik sei "widersinnig". Am Morgen ging von 4 bis 10 Uhr auf der Schiene fast nichts mehr. Betroffen waren neben dem Fern- und Regionalverkehr auch die S-Bahnen in Ballungszentren wie Berlin, Hannover, München, Frankfurt am Main und Stuttgart. "Wir haben im Güterverkehr teilweise 90 Prozent zum Stehen gebracht, im Personenverkehr über 80 Prozent", so Weselsky. In Berlin waren neben der S-Bahn auch die Regionalzüge betroffen. Viele Pendler wichen auf das Auto oder die BVG aus. Die Folge waren lange Staus und völlig überfüllte Busse und U-Bahnen.