Bio-Sprit

E 10 ist gefährlicher, als die Polizei erlaubt

Nach dem Benzin-Gipfel in Berlin schien doch alles klar: Der neue Bio-Sprit ist eine tolle Sache, schont die Umwelt und tut den Motoren gar nichts - bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Man müsse die Autofahrer nur besser an den Tankstellen informieren, dann sei alles in Butter, so die Politiker.

Doch die Zweifel bleiben, sogar bei Polizei und Feuerwehr. So hat das schleswig-holsteinische Landespolizeiamt (LPA) in Kiel als wohl erste Behörde in Deutschland seine Beamten angewiesen, kein E 10 in die Streifenwagen zu füllen. "Bevor wir einen Teil unseres Fuhrparks lahmlegen oder größere Reparaturen riskieren, gehen wir auf Nummer sicher", sagte Polizeisprecherin Jessica Wessel am Donnerstag in Kiel. Auch die Feuerwehr in Niedersachsen hält nichts vom Bio-Sprit. Viele Wehren hätten nur ein kleines Fahrzeug, das zum Teil zehn oder 20 Jahre alt sei, hieß es. Also, kein E 10 solange die Problematik noch in der Schwebe sei. Und in Baden-Württemberg prüfen die Polizeidienststellen ebenfalls erst mal, ob die 500 Benziner tatsächlich Bio-Sprit vertragen. Man sei in der Frage "grundsätzlich zurückhaltend", sagte Landespolizeipräsident Wolf Hammann. In Berlin ist man da optimistischer. "Für E 10 geeignete Fahrzeuge werden mit E 10 betankt", teilte die Polizei lapidar auf Anfrage der Morgenpost mit. Wie viele das nicht sind, sagte die Behörde nicht.

Die Zurückhaltung der Ordnungshüter passt in das Gesamtbild. 59 Prozent der Deutschen halten E 10 weiter für schädlich, wie eine Emnid-Umfrage für N24 ergab. Und laut dem ARD-Deutschlandtrend wollen nur zehn Prozent der Deutschen den Bio-Sprit tanken. Immerhin mehr als die Polizei im Norden erlaubt ...