Umweltministerium

Röttgen verteidigt umstrittenen Bio-Sprit

Vor dem "Benzin-Gipfel" hat sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) klar hinter die Einführung des umstrittenen Bio-Sprits E 10 gestellt. Damit solle die Abhängigkeit Deutschlands vom Öl verringert werden, sagte er der "Bild am Sonntag".

"Darüber gibt es einen Konsens über die Parteigrenzen hinweg, so der Minister. Röttgen betonte, der Bio-Sprit werde nicht zwangsweise eingeführt. "Die Politik verpflichtet die Industrie lediglich zur Einhaltung einer bestimmten Bio-Kraftstoffquote, die zwar gestiegen, aber nicht neu ist und bislang immer so gut wie erfüllt wurde." Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kritisierte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" erneut die Autoindustrie und die Mineralölfirmen. "Die Verbraucher müssen überzeugt sein, dass das für ihr Fahrzeug der richtige Treibstoff ist, sonst werden sie es nicht kaufen", so Brüderle. "Wenn uns das nicht gelingt, werden wir mit E 10 keinen Erfolg haben."

Erstmals verurteilte auch ein namhafter Vertreter der Autoindustrie die Umstände der Einführung von E 10. Der frühere Europa-Chef von General Motors und heutige Chef des indischen Autokonzerns Tata, Carl-Peter Forster, sagte, dies sei "extrem ungeschickt" gemacht worden, "weil die Leute immer noch Angst haben, dass ihr Auto kaputtgeht". Der Kraftstoff sei noch nicht problemfrei, sagte Forster, der auch Jaguar und Landrover leitet. Er greife wichtige Kunststoff-Bauteile im Motor an. Hinzu kämen "moralische Bedenken" auf der Seite der Autobesitzer.