Betreuung

Runder Tisch gegen Berlins Kita-Krise

Angesichts des drohenden Kita-Notstands holt Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) alle Bezirke an einen Tisch. Das Gremium soll ein gesamtstädtisches Konzept erarbeiten, um die Suche von Eltern nach freien Kita-Plätzen besser zu koordinieren.

Das erklärte Zöllner gestern in der Aktuellen Stunde der Plenarsitzung, in der die FDP und die Grünen das Thema Kita-Platz-Mangel auf die Tagesordnung gesetzt haben. Bereits im April soll das Gremium erste Ergebnisse und Lösungsvorschläge vorlegen.

Wie berichtet fehlen nach Prognosen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands kurzfristig 15 000 Kita-Plätze in Berlin. Schon jetzt haben vor allem Innenstadtbezirke und die östlichen Bezirke Berlins große Probleme, alle Eltern, die einen Betreuungsplatz benötigen, zu versorgen.

Zöllner bezeichnete den Brandbrief von Friedrichshain-Kreuzberg, in dem vom Senat ein Sofortprogramm zur Schaffung von Kita-Plätzen gefordert wird, als "Panikmache". Insgesamt gebe es in Berlin mehr Kapazitäten als belegte Plätze, so Zöllner. Dennoch kündigte die SPD an, in der nächsten Legislaturperiode finanzielle Starthilfen für die Gründung von Kindertagesstätten durch Elterninitiativen einführen zu wollen. "Die SPD steht einer solchen Starthilfe aufgeschlossen gegenüber", sagte Felicitas Tesch, bildungspolitische Sprecherin der SPD.

FDP und Grüne warfen dem Senat fehlende Planung vor. Aufgrund der wachsenden Kinderzahl und der Beitragsfreiheit für die letzten drei Kita-Jahre sei der Bedarf vorhersehbar gewesen. Ab August 2013 wird der Rechtsanspruch auf Betreuung auch für Kinder unter drei Jahren die Lage verschärfen.

Den Kita-Trägern fehlen vor allem geeignete Räume und Personal. Auch der Erziehermangel sei absehbar gewesen, betonte Elfi Jantzen, jugendpolitische Sprecherin der Grünen. Zöllner will die fehlenden Erzieher vor allem durch Seiteneinsteiger ersetzen. Allein von April bis Dezember 2010 seien in den Kitas 400 Seiteneinsteiger beschäftigt worden, die berufsbegleitend eine Ausbildung machen. Zudem wurden die Ausbildungsplätze für Erzieher aufgestockt.