Internet

Wenn der Posteingang plötzlich leer ist

Alexander Uhl

Viele Menschen fürchten um die Sicherheit ihrer Daten im Internet. Sie haben Angst davor, dass Privates öffentlich wird, Intimes sich ungewollt verbreitet oder sogar undurchsichtige Konzerne immer mehr Daten über sie speichern, um sie für Werbung zu missbrauchen.

Doch rund 150 000 Google-Nutzern widerfuhr am Wochenende genau das Gegenteil: Sie verloren Daten im Internet, und zwar alle ihre E-Mails. Die Google-Zentrale in Mountain View (Kalifornien) gab die Panne am Montag zu, sagte aber auch, dass nur 0,08 Prozent der Nutzer von dem Problem betroffen seien. Der Konzern hat Schätzungen zufolge rund 200 Millionen Nutzer, die den E-Mail-Dienst GoogleMail nutzen. Experten würden an der Reparatur arbeiten.

Möglich macht ein solches Phänomen das "Cloud Computing" - der große Trend auf der Cebit, die am Montag eröffnet wurde. Das nutzen zwar Millionen Internetsurfer, aber in Deutschland kann einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom zufolge nur jeder Achte etwas mit dem Begriff anfangen. Gemeint sind Dienste, bei denen Programme oder Daten - wie E-Mails oder Fotos - nicht mehr auf dem heimischen Rechner gespeichert werden, sondern im Internet. Jeder, der also seine Mails über den Internet-Browser liest, nutzt Cloud Computing. Der Vorteil ist klar: Die Daten sind weltweit nutzbar. Der Nachteil ist ebenso klar: Bei einer Panne sind sie weg. Und niemand weiß, wo die vertraulichen Daten gespeichert sind und wer alles darauf Zugriff hat. Kein Wunder, dass laut der Umfrage 20 Prozent Cloud Computing wegen der Angst vor mangelndem Datenschutz nicht nutzen wollen und rund 21 Prozent wegen der Angst vor Datenverlust.