GDL

Gewerkschaft will S-Bahn beim nächsten Warnstreik verschonen

Mit einem zweistündigen Warnstreik hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Morgen bundesweit massiv den Berufsverkehr durcheinandergebracht.

Von 6 bis 8 Uhr hatten die Lokführer die Arbeit niedergelegt. In Berlin war auch die S-Bahn betroffen: "Ein Großteil der S-Bahn-Züge ist stehen geblieben", sagte der Bezirksvorsitzende der GDL Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall. Der Ausstand führte zu einem Chaos. Hunderttausende Pendler versuchten, auf die BVG auszuweichen, die den Ansturm aber nicht auffangen konnte. Züge, Straßenbahnen und Busse waren völlig überfüllt, zahlreiche Menschen blieben an den Haltestellen zurück. Nach dem Ende des Streiks normalisierte sich der Betrieb bis zum Nachmittag nur schrittweise.

GDL-Bundeschef Claus Weselsky sagte, bundesweit seien 80 Prozent der Züge ausgefallen. Er sei zufrieden, sagte er. Bei dem nächsten Warnstreik, dessen Zeitpunkt noch nicht feststehe, wolle seine Gewerkschaft aber die S-Bahn verschonen. Grund sei die besondere Situation, dass die Bahn-Tochter wegen technischer Probleme ohnehin nur eingeschränkt fahren kann. Es könne aber keine generelle Ausnahme gemacht werden.

Bahn-Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg kritisierte die GDL scharf. Es sei "völlig unangemessen", dass die Gewerkschaft "nicht davon abgelassen hat, die S-Bahn Berlin zu bestreiken", die in den vergangenen Monaten schon große Verkehrsprobleme gehabt habe. "Wie man dafür Verständnis in der Bevölkerung erreichen will, ist mir ein Rätsel."