Soforthilfe

25 Millionen Euro gegen Berlins Schlaglöcher

Der kürzeste Weg vom Alexanderplatz zum Autobahnring führt durch Malchow. Fraglich, ob diese Route auch die schnellste ist.

Denn die Bundesstraße, die durch den zum Bezirk Lichtenberg gehörenden Ortsteil führt, ist inzwischen in einem so schlechten Zustand, dass sie nur noch mit höchstens 20 Kilometern pro Stunde befahren werden darf. Im Vorjahr waren dort immerhin noch 30 km/h zulässig. Doch in diesem erneut harten Winter sind nicht nur in Malchow, sondern auch in vielen anderen Berliner Ortsteilen zahllose Schlaglöcher aufgebrochen. Einige neue sind dazugekommen, größtenteils sind es aber die alten, die in der Vergangenheit nur notdürftig zugekittet wurden. Angesichts der vielen Winterschäden hat der Senat nun immerhin die Neuauflage eines Sonderprogramms zur Beseitigung von Schlaglöchern beschlossen. Danach werden die Mittel der Bezirke für die Straßeninstandhaltung - insgesamt knapp 30 Millionen Euro für 5300 Kilometer Straße - um 25 Millionen Euro aufgestockt. 15 Millionen Euro davon verteilt der Senat je nach Straßenanteil prozentual an die Bezirke. Zehn Millionen Euro wollen die Senatsbehörden direkt nach Dringlichkeit vergeben. Was viel klingt, ist allerdings kaum mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Denn der Bedarf ist angesichts der jahrelangen Vernachlässigung der Infrastruktur weitaus höher. Allein der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat für sein gut 400 Kilometer langes Straßennetz einen Finanzbedarf von 100 Millionen Euro errechnet. ADAC und IHK gehen von einem Investitionsstau von 600 Millionen Euro aus. Auch Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wünscht sich, dass dauerhaft mehr Geld für den Straßenunterhalt zur Verfügung steht. Die Entscheidung darüber wurde vom Senat allerdings in die nächste Legislaturperiode verschoben. Die Bundesstraße durch Malchow lässt sich ja bis dahin vielleicht noch zur Fußgängerzone umgestalten. fü