Kritik

Merkel lässt Guttenberg nicht sitzen

Auch nach dem dauerhaften Verzicht von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf seinen Doktortitel reißt die Kritik am Bundesverteidigungsminister nicht ab.

Zwar stellte sich Angela Merkel (CDU) erneut demonstrativ vor Guttenberg, die Opposition forderte aber lautstark seinen Rücktritt. "Die Bundeskanzlerin findet die Entscheidung Karl-Theodor zu Guttenbergs, auf den Doktortitel zu verzichten, richtig", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte dagegen, Merkel müsse sich jetzt fragen, "ob ein Lügner im Kabinett bleiben darf". Er forderte, es dürfe keine Sonderrechte für Minister geben. "Jeder Soldat würde in einem solchen Fall entlassen, jeder Abiturient wäre durchgefallen, und jeder Student würde von der Uni fliegen." SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte: "Herr zu Guttenberg wird nicht zu halten sein, und am Ende wird ihn die Bundeskanzlerin nicht halten." Die Universität Bayreuth nahm Guttenbergs Bitte, den Doktortitel zurückzunehmen, zur Kenntnis, will die Vorwürfe aber trotzdem prüfen. Die Promotionskommission trat am Nachmittag zu Beratungen zusammen. Eine Entscheidung gab es bis zum Abend nicht.