Gewalt

Unruhen in Libyen: Gaddafi lässt auf Trauernde schießen

Die Gewalt in Libyen ist am Sonntag erneut eskaliert. Augenzeugen zufolge haben Elitetruppen des Staatschefs Muammar al-Gaddafi mit Maschinengewehren das Feuer auf einen Trauerzug in Bengasi eröffnet.

Dabei soll mindestens ein Mensch ums Leben gekommen sein. 14 weitere wurden nach Angaben eines Arztes verletzt. Der Trauerzug bestand aus mehreren Tausend Menschen, die zwölf tote Demonstranten beisetzen wollten. Nach Angaben von Oppositionellen sollen in einigen Städten des Landes bereits bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Demnach seien einige Städte "befreit". In Bengasi habe sich ein Teil der Soldaten den Aufständischen angeschlossen. Die Stadt gleicht laut Augenzeugen einer "Kriegszone". Insgesamt gebe es bereits mehr als 200 Tote, hieß es. Gaddafi soll inzwischen auch Söldner gegen die Demonstranten einsetzen. Allerdings dringen kaum gesicherte Informationen aus dem Land. Die Regierung hat das Internet und die Mobilfunknetze größtenteils abgeschaltet. Zudem gibt es kaum ausländische Journalisten in Libyen.