Plagiatsvorwürfe

Merkel bestellt Guttenberg zum Rapport wegen Plagiatsvorwürfen

Der wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck geratene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist am Donnerstagabend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammengekommen.

Merkel wollte bei dem Treffen im Berliner Kanzleramt von dem CSU-Politiker "ein paar Erklärungen", berichtete das ZDF-"heute journal". Der Minister hatte einen Wahlkampfauftritt in Barleben in Sachsen-Anhalt am Abend kurzfristig abgesagt. Der Termin wurde mit der Begründung gestrichen, dass "Guttenberg in Berlin unabkömmlich ist".

Die Universität Bayreuth stellte ihrem ehemaligen Studenten ein Ultimatum und forderte ihn am Donnerstag auf, innerhalb von zwei Wochen zu den Plagiatsvorwürfen Stellung zu nehmen. In seiner Dissertation "Verfassung und Verfassungsvertrag" soll er die Texte von mindestens 13 Autoren abgeschrieben haben, ohne sie zu kennzeichnen.

Am Donnerstagabend war der Minister aus Afghanistan zurückgekehrt, wo er deutsche Soldaten getroffen hatte. Es war die neunte Afghanistan-Reise Guttenbergs seit seinem Amtsantritt im Herbst 2009. Der Minister landete am späten Mittwochabend in dem Vorposten "OP North" in der Provinz Baghlan. Am nächsten Tag flog Guttenberg in den Unruhedistrikt Char Darah weiter und besuchte dort die sogenannte Höhe 432.