Tatverdächtiger festgenommen

Vierjährige nach Entführung in Kleinmachnow unversehrt frei

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Michael Behrendt und Peter Oldenburger

Die Entführung eines vier Jahre alten Mädchens aus dem brandenburgischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) hat am Donnerstagabend ein glückliches Ende genommen. Das Kind kam nach der Zahlung von Lösegeld frei. Die Vierjährige soll nach Polizeiangaben unversehrt sein.

Ein Tatverdächtiger konnte unmittelbar nachdem das Kind freigelassen und zu seinen Eltern zurückgekehrt war, festgenommen werden. Der Mann hatte mit einem Pkw einen Fluchtversuch unternommen, wurde dabei aber den Angaben zufolge in einen Unfall verwickelt.

Der Täter hatte das Kind mehr als 13 Stunden in seiner Gewalt. Die Vierjährige war am Morgen in Kleinmachnow von einem Maskierten vor den Augen der Mutter verschleppt worden. Die Frau hatte ihre Tochter bei einer Tagesmutter abliefern wollen, als der Entführer zuschlug. Der Täter war anschließend mit seiner Geisel in einem roten Kompaktwagen geflüchtet. Der Mann hatte dabei ein Papier mit einer Lösegeldforderung in fünfstelliger Höhe hinterlassen. Nach Morgenpost-Informationen verlangte der Entführer von den Eltern die Zahlung von 60 000 Euro.

Die Polizei des Präsidiums Potsdam leitete sofort umfangreiche verdeckte Maßnahmen zur Ergreifung des Täters ein. Oberste Priorität hatten dabei die Sicherheit und Unversehrtheit des Kindes. Zu den Sofortmaßnahmen der Ermittler gehörte auch, Kräfte der Berliner Polizei zur Unterstützung anzufordern.

Am Abend wurde dann kurz vor 21 Uhr das Lösegeld an der Autobahn 12 in der Nähe der Auffahrt Fürstenwalde-West übergeben. Das Geld wurde dort auf Anweisung des Entführers aus einem fahrenden Auto herausgeworfen. Das Kind sollte eine Stunde später freigelassen werden.

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, hatte der Entführer die Überbringer des Lösegeldes mehrfach an verschiedene Orte gelotst, die sich entlang der A 12 in Richtung Frankfurt (O.) befanden. Offensichtlich wollte er so versuchen, die Polizei abzuschütteln.

Das entführte Mädchen traf schließlich rund 45 Minuten nach der Geldübergabe an seinem Elternhaus ein. Offenbar hatte der Entführer das Kind ganz in der Nähe freigelassen. Das Mädchen kam zu Fuß bei den erleichterten Eltern an. Unmittelbar danach konnten Spezialkräfte der Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Die Kriminalpolizei prüft nun, ob der mutmaßliche Entführer einen oder sogar mehrere Komplizen hatte, mit denen er die Tat begangen hat.