Fehmarnbelt-Verbindung

Dänen entdecken schwarzen Humor

Die geplante Fehmarnbelt-Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland fördert bei den Dänen britischen Humor zutage. In einer Online-Umfrage der Zeitung "Politiken" plädierte mit 27 Prozent der größte Teil der Befragten dafür, den Tunnel zwischen den zwei Ländern "Der Untergang" zu taufen.

Der gleichnamige Bernd-Eichinger-Film über die letzten Tage Adolf Hitlers war auch in Dänemark ein großer Erfolg. Längst fürchten die Dänen den deutschen Nachbarn nicht mehr - weder politisch noch ökonomisch. Dank des Wirtschaftsaufschwungs der vergangenen Jahrzehnte ist das kleinere Land, gemessen am Durchschnittseinkommen, mittlerweile deutlich reicher. Auch deshalb kann man voller Selbstbewusstsein auf den südlichen Nachbarn blicken. Das finanzielle Risiko des Tunnelbaus trägt Dänemark sogar allein.

Deutschland ist in der dänischen Geschichte einer der wichtigsten Bezugspunkte. Denn neben dem Zweiten Weltkrieg hängen zwei weitere wichtige Daten der dänischen Geschichte mit dem südlichen Nachbarn zusammen: die Schlacht bei den Düppeler Schanzen 1864 und das Finale der Fußball-EM im Jahre 1992. Einmal verlor Dänemark, im Fußball gewann es. Spätestens seit Filmen wie "Dänische Delikatessen", wo mit Kannibalismus und anderen unschönen Dingen Scherze gemacht werden, sind die Dänen bekannt dafür, schwarzen Humor zu haben. Den Tunnel nach Deutschland, das während des Zweiten Weltkriegs Dänemark besetzte, "Der Untergang" nennen zu wollen passt da bestens.

Es wurden auch andere Vorschläge gemacht. Keine einzige Stimme bekam "Tysklandstunnelen" (Deutschlandstunnel), aber "Dåseølforbindelsen" (Dosenbierverbindung) kam immerhin auf acht Prozent. Dank der günstigen deutschen Preise reisen die Dänen gerne ins südliche Nachbarland, um Alkohol einzukaufen.