Nahverkehr

Senat lehnt Angebot der S-Bahn als ungenügend ab

Der Berliner Senat hat enttäuscht auf das neue Entschädigungsangebot der S-Bahn reagiert. Obwohl sich nichts verbessert habe, bleibe die S-Bahn sogar noch hinter ihrer Entschädigung vom vergangenen Jahr zurück, kritisierte Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).

S-Bahn-Chef Peter Buchner hatte zuvor angekündigt, dass Abo- und Jahreskartenkunden sowie Inhaber von Firmentickets einen Monat frei fahren dürften. Das Entschädigungspaket hat ein Volumen von 38,5 Millionen Euro. Rückwirkend können von S-Bahn-Kunden keine Ansprüche geltend gemacht werden.

Ein Monat Freifahrt für Zeitkarteninhaber sei "vollkommen ungenügend", sagte Junge-Reyer. Der Chef des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, ergänzte, die Fahrgäste würden mit einer "halben Entschuldigung" abgespeist. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, er werde bei Bahnchef Rüdiger Grube persönlich "Nachbesserungen nach oben" verlangen. Er glaube, dass die S-Bahn eine Chance verpasst habe, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Auch die Fraktionen im Abgeordnetenhaus reagierten wütend und empört. SPD, Linke, CDU, Grüne und FDP nannten das S-Bahn-Angebot "frech", "einen schlechten Scherz", "unzureichend" oder "jämmerlich". Mehrere Abgeordnete forderten zwei Monate Freifahrten für die Stammkunden der S-Bahn.