Tiere

Volkszählung im Vorgarten

Der Spatz ist der König unserer Gärten. Zumindest in Berlin hüpft er in diesem Winter am häufigsten durch die Natur, wie der Naturschutzbund (Nabu) verkündet. Der Nabu rief Anfang Januar alle Gartenbesitzer zum Vogelzählen auf.

Und auch wenn "Birdwatching" bisher eher eine britische Angelegenheit war, beteiligten sich in Deutschland immerhin 78 883 Vogelfreunde an der "Volkszählung". Insgesamt haben sie knapp 2,5 Millionen Wintervögel erfasst und über das Internet gemeldet - so viele, dass der Server des Nabu zwischenzeitlich zusammenbrach.

In Berlin beobachteten 1562 Hobby-Ornithologen jeweils eine Stunde lang das Landen und Starten im Garten und führten Strichlisten: Sie kamen insgesamt auf 40 675 Vögel. Platz eins belegt der Haussperling, der landläufig Spatz genannt wird. Der kleine Singvogel wurde in Berlin fast 7000 Mal gezählt. Weltweit schätzen Experten den Bestand auf über 500 Millionen. Die Plätze zwei bis fünf belegen Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Grünfink. Dass zwei Meisenarten zu den häufigsten Gartenbewohnern gehören, ist dabei nicht erstaunlich. Rund 50 Arten gibt es weltweit, und jede einzelne fasziniert Biologen immer wieder. So haben etwa Kohlmeisen menschlich anmutende Persönlichkeiten: Es gibt mutige und schüchterne Exemplare. Meisen können auch verschiedene Vogelsprachen verstehen und zwitschern manchmal in der ihrer Feinde. Wollen sie konkurrierende Männchen aus ihrem Revier vertreiben, ahmen sie einfach die Laute von größeren Vögeln nach. Nähert sich ein Greifvogel, so haben sie für jede Gefahr den passenden Warnruf.

Wer so schlau ist wie eine Meise, kommt auch gut durch den kalten Winter. Deshalb ist die Kohlmeise wohl der häufigste Wintervogel in ganz Deutschland.