Konflikt

Ermittlungen nach "Meuterei" auf der "Gorch Fock"

Nach Berichten über eine angebliche Meuterei auf der "Gorch Fock" hat die Marine Ermittlungen eingeleitet. Das Segelschulschiff wurde am Donnerstag in den Hafen im argentinischen Ushuaia zurückbeordert.

Dort soll ein Untersuchungsteam an Bord gehen, "um die schwerwiegenden Vorwürfe zu ermitteln", wie ein Sprecher des Flottenkommandos sagte. Durch ein Schreiben des Bundestagswehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP) war bekannt geworden, dass es nach dem Unfalltod einer jungen Seekadettin zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Offizieren und Soldaten gekommen sein soll. Die Schiffsführung beschuldigte dabei vier Offiziersanwärter sogar der "Meuterei". Königshaus schränkte diese Formulierung gestern ein. "Es gab keine Meuterei", sagte Königshaus dem TV-Sender N24. Es habe lediglich Vorwürfe gegenüber den Seekadetten gegeben, die "in diese Richtung gingen". Die Ermittler müssen auch Vorwürfen nachgehen, die Stammbesatzung habe Offiziersanwärter bedroht und sexuell belästigt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sicherte "rückhaltlose Aufklärung" zu. Der Minister steht inzwischen öffentlich unter Druck - auch wegen zweier weiterer Bundeswehraffären, in denen es um den Tod eines Soldaten in Afghanistan und das Öffnen von Feldpost geht.