Kriminalität

60 000 "Blüten" beschlagnahmt

So dreist wie ein Rentner aus Ratingen sind die meisten Geldfälscher nicht. Der Mann war im vergangenen Jahr zu seiner Hausbank gegangen, um sich eine Banknote im Nennwert von einer Million Dollar wechseln zu lassen - ungeachtet des englischen Hinweises "Kein Zahlungsmittel".

Der dreiste Versuch des Mannes ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Rund 60 000 falsche Euro-Noten hat die Bundesbank 2010 registriert - so viele wie seit 2005 nicht mehr und 14 Prozent mehr als 2009. "Der Anstieg der falschen Euro-Banknoten ist unerfreulich. Deutschland steht aber im europäischen Vergleich nach wie vor gut da", sagte Helmut Rittgen, Leiter des Zentralbereichs Bargeld bei der Deutschen Bundesbank. Denn hierzulande entfallen jährlich sieben falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner, im Euro-Raum sind es 23. "In Deutschland ist der Handel sehr aufmerksam, und das Geld kommt häufiger zurück zu den Kontrollstellen", so Rittgen. Meistens versuchen die Kriminellen, im Handel ihre "Blüten" loszuwerden. 2010 entstand so ein Schaden von 3,4 Millionen Euro.

Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Aber manchmal bekommt man etwas heraus - wie der Rentner. Der Mann argumentierte zwar, er habe nur die Echtheit des Scherzartikels prüfen lassen wollen. Das Düsseldorfer Landgericht verstand jedoch keinen Spaß und verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft auf Bewährung.