Stuxnet

Ein Wurm gegen den Iran

Im Juni verbreitete der Computerwurm Stuxnet weltweit Angst und Schrecken. Die schädliche Software erlaubt, die Kontrolle über zentrale Systeme etwa von Kraftwerken, Pipelines oder Fabriken zu übernehmen und die Anlagen im schlimmsten Fall zu zerstören. Die meisten "Infektionen" wurden im Iran festgestellt.

Kein Zufall, wie die "New York Times" schreibt. Der Wurm sei gemeinsam von Israel und den USA entwickelt worden, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren. Demnach wurde der Wurm, der sich gegen Steuermodule von Siemens richtet, in dem israelischen Komplex von Dimona getestet, in dem sich eine Nuklearanlage befinden soll. Darin sollen angeblich die gleichen Zentrifugen zur Urananreicherung nachgebaut worden sein, wie sie der Iran verwendet.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Geheimdienst- und Militärexperten weiter berichtete, war an der Entwicklung des Wurms vermutlich unwissentlich auch der deutsche Siemens-Konzern beteiligt. Das Unternehmen hatte demnach mit einer Forschungseinrichtung des US-Energieministeriums an einem Programm zum Schutz vor Cyberattacken zusammengearbeitet. Die dabei gefundenen Sicherheitslücken seien dann bei der Entwicklung des Wurms ausgenutzt worden. Nach Angaben der "New York Times" wurde durch den Wurm rund ein Fünftel der iranischen Zentrifugen zerstört.

Hinweise auf die Herkunft des Wurms könnten sowohl Aussagen aus Israel wie aus Amerika belegen. Der israelische Minister für Strategische Angelegenheiten, Mosche Jaalon, hatte vergangenen Monat gesagt, Teheran sei "wegen technologischer Herausforderungen und Schwierigkeiten" noch Jahre vom Bau von Atomwaffen entfernt. US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich ähnlich in der vergangenen Woche. Der Iran dementierte das allerdings.