Wohnungsmarkt

Klimaschutz: Erste Mieten in Berlin verdoppeln sich

Nach der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge hat jetzt auch die Gesobau energetische Sanierungen angekündigt, die einzelne Mieten um mehr als 100 Prozent steigen lassen werden.

In dem konkreten Fall einer Wohnanlage in Pankow steigen die Kaltmieten von 2,99 Euro auf 6,89 Euro pro Quadratmeter. Reiner Wild vom Berliner Mieterverein bewertet das Vorgehen des Unternehmens als "besorgniserregend", zumal es einen Trend belege. Die Mieten in der Stadt würden ständig steigen, dadurch werde preiswerter Wohnraum für Rentner und Bezieher kleiner Einkommen immer knapper. "Es ist erschreckend, dass sich an dieser Entwicklung jetzt auch kommunale Unternehmen beteiligen", so Wild. Man könne nicht hinnehmen, dass das erst im November verabschiedete Senatskonzept für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften einfach ignoriert werde. Demnach sollten die Mieten nach einer Sanierung innerhalb der Spannen des Mietspiegels liegen. Das Problem könnte sich ausweiten: Nach Angaben des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) gelten 270 000 Wohnungen und damit 15 Prozent der insgesamt 1,8 Millionen Mietwohnungen in Berlin als vollständig unsaniert. Ein enormes Konfliktpotenzial, zumal auch private Vermieter die "Gunst der Stunde" nutzen wollten, wie der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), warnt.