Gratis-Jugendkalender

EU-Kommission sagt Weihnachten und Ostern ab

Wenn die EU-Kommission einen Kalender herausgibt, dann muss man vieles bedenken. Schließlich leben in Europa zahlreiche Ethnien mit unterschiedlichen Einstellungen und Glaubensrichtungen.

So ist es nicht verwunderlich, wenn die Behörde 3,2 Millionen Jugendkalender drucken lässt, die sowohl jüdische, muslimische als auch hinduistische Feiertage aufführen. "Merkwürdig" findet die EU-Bischofskommission Comece nur eins: dass alle christlichen Feiertage fehlen. Weder Weihnachten noch Ostern seien aufgeführt. Dabei sei doch eine sehr große Mehrheit der Europäer christlich und feiere Weihnachten.

Immerhin fünf Millionen Euro hat der Kalender gekostet, 503 275 Stück wurden - so die offizielle Statistik - im September allein an deutschen Schulen verteilt. Die EU-Kommission reagierte zerknirscht. "Wir bedauern das", sagte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar John Dalli und sprach von einem "groben Schnitzer". Die katholischen Bischofskonferenzen und die französische Regierung würden einen Brief des Bedauerns erhalten, weil sie sich über den Kalender beschwert hätten.

Während in Brüssel Kopfschütteln über die sinnlose Geldausgabe herrscht, wittert Martin Kastler (CSU), ein EU-Abgeordneter aus Bayern, Absicht hinter dem Fehler. "In der EU-Kommission herrscht ein Sechs-Augen-Prinzip - und damit kann das nur absichtlich publiziert worden sein", sagte Kastler, der auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist. Er fordert Konsequenzen für die zuständigen Brüsseler Beamten und eine Entschuldigung von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Die Comece sieht das Ganze etwas pragmatischer: Sie empfahl der EU-Kommission, doch am 25. Dezember zu arbeiten, wenn sie glaube, dass dies ein normaler Tag sei.