Ausstellung

Mauerbau: Die Geschichte der Teilung auf 20 Plakaten

So sieht wohl historische Ironie aus: Wo einst das Politbüro der SED tagte, erinnert seit gestern eine Ausstellung an die Teilung Berlins und des ganzen Landes zwischen 1945 und 1990. "Die Mauer. Eine Grenze durch Deutschland", so heißt die Schau aus 20 Tafeln, die Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) im Auswärtigen Amt eröffnete - dort, wo sich einst die Zentrale der DDR-Staatspartei befand.

Die Stiftung Aufarbeitung sowie die Zeitungen "Bild" und "Die Welt" haben gemeinsam die Ausstellung erarbeitet. Sie zeigt neben Ikonen der Zeitgeschichte wie dem Sprung des DDR-Grenzpolizisten Conrad Schumann über den Stacheldraht an der Bernauer Straße oder den Männern der Betriebskampfgruppen am Brandenburger Tor zahlreiche bisher wenig oder unbekannte Fotos aus den Archiven der Zeitungen von Axel Springer. Mehrere Tausend Aufnahmen sahen Redakteure der beiden Zeitungen durch, um eine überzeugende Auswahl zu treffen. Zutage gekommen sind dabei eindrucksvolle Bilder etwa einer Massenflucht durch einen aufgeschnittenen Maschendrahtzaun an der Ebertstraße oder der Sprengung von Häusern an der Heidelberger Straße in Treptow, die dem "freien Schussfeld" der DDR-Grenzer im Wege standen. Auch nie zuvor gedruckte Aufnahmen von DDR-Grenzposten sind zu sehen.

Die Plakatkollektion, die ab Ende Februar in einer Auflage von wohl mehr als 2000 Exemplaren 5und in vorerst drei Sprachen ausgeliefert wird, soll genau ein halbes Jahrhundert nach der Abriegelung West-Berlins am 13. August 1961 an dieses Verbrechen der SED-Diktatur erinnern, das 16 Millionen Menschen zu Geiseln der sozialistischen Ideologie machte. Insbesondere an Schulen richtet sich die Schau, weshalb die Berliner Morgenpost auch 50 Plakatsätze sponsert. Denn, so Westerwelle in seiner Eröffnungsrede: "Ein Land, das es versäumt, seiner Jugend die eigene Geschichte zu vermitteln, läuft Gefahr, Fehler der Vergangenheit in der Zukunft zu wiederholen."