Stadtentwicklung

Berlin wird immer internationaler

Deutschlands Hauptstadt entwickelt sich mehr und mehr zu einer internationalen Metropole. Noch nie studierten so viele junge Menschen aus dem Ausland an Berlins Hochschulen. Noch nie strömten mehr Besucher aus aller Herren Länder in die Stadt.

Noch nie verkauften Berliner Unternehmen mehr Güter und Dienstleistungen in alle Welt. Noch nie erwarben mehr Ausländer in Berlin Immobilien. Und noch nie verbanden die Fluglinien Berlin mit mehr internationalen Zielen als zu Beginn des Jahres 2011.

Die Anziehungskraft auf junge Partyfans und Kulturtouristen ist schon länger fühl- und messbar. Die Zahl der Gäste-Übernachtungen überstieg im Dezember erstmals die Marke von 20 Millionen pro Jahr. Bei Facebook hat Berlin eine halbe Million Fans im Internet, nur New York schafft mehr. Fast die Hälfte der Berlin-Anhänger sind Ausländer. Auch der Sog auf Künstler, die ein kreatives Ambiente und bezahlbare Ateliers suchen, hält an.

Das strahlt nun auch auf andere Sektoren ab: "Berlin profitiert stark von seinem internationalen Image als vibrierender Ort für junge und kreative Leute", heißt es in einer aktuellen Studie von IBM über globale Standorte. Die Stadt zieht auch weiter Nutzen aus der Hauptstadtfunktion - Ausländer, die auf Deutschland schauen, kommen am Zentrum der Politik nicht vorbei.

Auch in Asien genießt Berlin hohes Ansehen: "Wir messen dem deutschen Markt eine große Bedeutung zu", sagte Stephen Wong, Direktor des neu eröffneten Büros der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. "Als Hauptstadt ist Berlin für uns die natürliche Wahl für unsere Vertretung." Hongkong und Berlin teilten einen multikulturellen Geist und eine Bevölkerung mit Menschen vieler ethnischer und kultureller Hintergründe.

International ist das Image Berlins sogar besser als in Deutschland selbst. Mark Wilson, Chief Operation Officer von Netjets, dem weltweit größten Anbieter von Geschäftsflugzeugen, hält Berlin "schon heute" für ein "wichtiges Zentrum der internationalen Wirtschaft". Die Bedeutung werde durch innovative Branchen und eine optimale Lage im Herzen Europas weiter steigen, sagte Wilson.

Davon sind heimische Wirtschaftsförderer überzeugt: "Berlins Wirtschaft wird immer internationaler", sagte René Gurka, Chef von Berlin Partner. Die Exportquote sei in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Berlin sei auch hoch attraktiv für ausländische Unternehmen, so Gurka. Nach der neuen IBM-Studie zog keine deutsche Stadt 2009 so viele Direktinvestitionen an wie Berlin.

Besonders die Wissenschaft macht Berlin international. Die Freie Universität ist nach der Münchener Universität die Top-Adresse für ausländische Wissenschaftler. 228 Forschungsaufenthalte zwischen 2005 und 2009 bedeuten Platz zwei in Deutschland. Die Zahl der ausländischen Studenten an Berliner Hochschulen ist seit 2001 um 5000 auf 22 360 gestiegen. Mit 18 Prozent ist der Anteil ausländischer Studierender in Berlin höher als in jedem anderen Bundesland. Allein fast 1300 Chinesen und knapp 1000 Russen studieren hier.